(Ich habe in letzter Zeit an einem mehrwöchigen Programm gearbeitet, das voraussichtlich bald auf ChampLife erscheinen wird, welches jeden Tag eine Aufgabe beinhaltet. Der folgende Beitrag ist eine dieser Aufgaben, damit man eine Vorschau hat und weiß, wie dieses Programm aufgebaut ist. Das hier ist der erste Tag. Viel Spaß beim Lesen und erledigen der Aufgabe.)

Tag 1 – Schreibe alles auf, worüber du verärgert bist. Verbrenne die Liste.

Wie viel schädlicher sind die Folgen von Ärger und Trauer als die Umstände, die sie in uns erregt haben!

– Marc Aurel

Es gibt nichts, was einen mehr betäubt als Wut. Nichts ist so sehr auf seine eigene Kraft fokussiert. Wenn sie Erfolg hat, ist nichts so arrogant, wenn sie scheitert, ist nichts so wahnsinnig. Da sie selbst in der Niederlage nicht an Kraft verliert, greift die Wut sich selbst an, wenn das Schicksal ihr den Feind entzieht.

– Seneca

Du hast in der Vergangenheit unnötiges Gepäck gesammelt und das trägst du jetzt mit dir. Es gab Dinge die schief gingen. Leute, die dich verletzt haben. Wir haben Fehler gemacht, die uns peinlich sind. Versprechen, die wir gebrochen haben oder die uns gebrochen wurden. Negative Sachen, an die wir immer mal wieder denken müssen.

Dieser ganze Ärger, Groll, Schmerz und diese Frustration sammeln sich. Auch wenn es nicht bewusst ist, es ist da. Wohin soll es auch gehen? Die Enttäuschungen bauen sich von Jahr zu Jahr auf bis wir es irgendwann rauslassen müssen, an uns selbst oder an einer Person, die wir lieben.

So wird das Ganze zu einem Reflex. Wenn du dich aufregst, solltest du wissen, dass das kein vereinzelter Ausfall war, du hast einen Trend gefördert und Treibstoff ins Feuer geworfen.

Es reicht. Ab sofort musst du dich unter Kontrolle haben. Und jetzt kommen wir zu deiner ersten Aufgabe. Schließe mit dem Schlechten deiner Vergangenheit ab.

Ecuadorianer haben für Silvester eine Tradition, die sich Años Viejos nennt. Sie schreiben auf Zettel all die negativen Gedanken, die sie zurücklassen wollen. Stopfen dann die Zettel zusammen mit anderem Papier in eine Puppe und verbrennen diese Puppe. (Zu sehen auf dem Beitragsbild)

Du wirst etwas ähnliches machen. Du verbrennst all die Negativität und Frustration der vergangenen Zeit. Du lässt es zu Asche werden.

Die Aufgabe

Um mit dieser Aufgabe zu beginnen, nehme ein leeres Blatt Papier und einen Stift. Schreibe alles auf, was dir in den letzten Monaten Ärger und Frustration bereit hat. Nimm dir die Zeit und denke über diese Dinge nach. Denke an all die Dinge, an denen du festhältst, obwohl du es nicht tun solltest. Denke an die Vorfälle, die all das negative hervorrufen. Denke an all das, was du bereust. Schreibe sie wirklich auf. Dinge die dich nicht nur verärgert haben als sie geschehen sind, sondern dich verfolgt haben. Dinge, die sogar dein Morgen ruinieren, wenn du heute daran denkst.

Schreibe es alles auf. Schreibe auf, was sie verursacht hat, warum sie dich stören und wie du dich deswegen fühlst.

Hole all die negativen Selbstgespräche aus deinem Gehirn. Die Architekten deines Elends, hole sie raus und schreib sie auf das Papier. Halte all das Negative innerhalb der Grenzen des Papiers. So kannst du es aus der Entfernung betrachten.

Du kontrollierst es und nicht andersrum. 

Wenn du es getan hast, nimm ein Feuerzeug und verbrenne das Papier, draußen oder in einem Waschbecken.

Sieh zu, wie all die Dinge, die dich so lange verärgert haben, zu Asche werden.

Denk daran: Auf jemanden wütend zu sein, ist wie selbst Gift zu trinken und zu hoffen, dass die andere Person daran Schaden nimmt. Dabei bist du der einzige, der Schaden nimmt durch die Wut.

  • Eine Studie der Ohio State Universität hat gezeigt, dass Menschen die weniger Kontrolle über ihren Ärger haben, länger brauchen um Wunden am Körper zu heilen. Außerdem wurde auch gezeigt, dass die Menschen die ihre Wut nicht unter Kontrolle haben, mehr Cortisol (Stresshormon) entwickelt haben während dem Heilungsprozess der Wunden. Was zeigt, dass sie durch schwierige Situationen mehr gestresst werden.
  • Eine weitere Studie der Harvard School of Public Health hat gezeigt, dass Männer die feindselig sind, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt haben und schlechter atmen können weil sie eine schlechtere Lungenfunktion aufweisen.

In anderen Worten: Wut zerfrisst dich von innen.

Klar man kann die Schuld für die eigene Wut und Frustration auf andere schieben und behaupten, sie haben einen provoziert oder sonst irgendwas. Damit solltest du aufhören, du belügst dich selbst. Auch du hast Mitschuld. Was in deinem Körper passiert, hängt von dir ab. Ein Ereignis kann erst mit deiner Reaktion Folgen haben.

Stell dir vor jemand sagt etwas, was dich wütend macht. Hättest du nicht erfahren, dass die Person es gesagt hat, wärst du dann wütend? Nein. Warum? Weil deine Reaktion fehlt.

Du benötigst die Kontrolle über deine Reaktion, über deine Emotionen. Es liegt in deiner Verantwortung.

Heute übernimmst du auf dramatischer und reinigender Weise diese Verantwortung. Du hörst ab sofort damit auf, deine Zeit und dein Leben damit zu verschwenden, dich über Dinge aufzuregen, die nicht in deiner Macht liegen. Denk mal darüber nach. Was liegt alles nicht in deiner Macht? Fast alles. Hör auf dich über diese Dinge aufzuregen und wütend zu sein.

Du hörst auf, an dem festzuhalten, was in der Vergangenheit passiert ist. Wir können nichts an der Vergangenheit ändern. Ab jetzt ist es Zeit ein Champ zu sein. Beginne damit, deinen Ärger, deine Frustration und deinen Groll abzulegen und hinter dir zu lassen. Auf dem Weg zum Erfolg im Leben zum Champ, kannst du das nicht mitschleppen, es macht dich langsam, es zieht dich sogar zurück.

Wir müssen die Last leichter machen. Die reinigende Kraft des Feuers wird dir helfen. Anstatt unserem Ärger, unserer Eifersucht und unseren Unsicherheiten Sauerstoff zu geben, lassen wir sie zu Asche werden. Du wirst gesünder, glücklicher und erleichtert sein. Denke nicht es reicht nur darüber nachzudenken. Schreib es auf und verbrenne es, auch wenn sich das im ersten Moment komisch anhört. Tue es.

Ist Wut nicht teilweise gut? 

Man kann Wut durchaus als Antrieb nehmen. Wut hat auch schon den ein oder anderen erfolgreich gemacht, mit der Begründung, dass sie ein mächtiger Antrieb sein kann. Wenn z.B jemand erfolgreich ist, den man nicht mag, wird man wütend und will es der Person beweisen oder man will sich rächen. Viele sind also der Meinung, dass Wut nicht schlecht ist. Die innere Wut, weil man als hässlich und fett bezeichnet wurde, hat schon zu dem ein oder anderen Athleten geführt.

Ich kann diese Sicht verstehen und finde auch, dass kontrollierte “Wut” als Motivation genommen werden kann.

Aber die Geschichten sagen nicht aus über die negativen Nebeneffekte oder wie zermürbend ein solcher Kampf ist. Sie sagen nichts darüber, was passiert, wenn die anfängliche Wut verpufft ist und man dann immer mehr neue Wut produzieren muss, um die Maschinerie am Laufen zu halten, bis am Ende nur noch der Ärger über sich selbst als Quelle übrigbleibt.

Martin Luther King Jr meinte: “Hass ist eine zu große Last.” Das hat er zu den Mitstreitern seiner Bürgerrechtsbewegung 1967 gesagt, und die hatten wahrhaftig jeden Grund zu hassen und den Hass, den sie bekommen haben, mit Hass zu bekämpfen.

Aber extreme Gefühle sind ein höchst giftiger Antriebsstoff. Sie sind nicht die Folgekosten wert, die sie unweigerlich nach sich ziehen.

Natürlich kann man Wut auch als Werkzeug nutzen, um seinen eigenen Standpunkt klar zu machen, sich zu verteidigen oder jemanden zu motivieren. Aber es wichtig, dass man diese Emotion unter Kontrolle hat, man kann kontrolliert seine Frustration absichtlich ausdrücken oder komplett die Kontrolle über sich verlieren.

Ohne die Fähigkeit, deine Gefühle zu erkennen und zu lenken, wirst du ein Sklave von ihnen.

Denk dran: Deine Gefühle sind Entscheidungen. Du wählst Ärger über Ruhe, Angst statt Mut; du entscheidest dich für Elend statt für Freude. Welche Wahl ist produktiver? Umstände ändern sich nicht, nur weil du auf sie wütend bist, denn Umstände sind keine Menschen. Vergeude deine Zeit nicht damit, dich über Dinge zu ärgern, die deinen Gefühlen gegenüber völlig gleichgültig sind.


Also erledige jetzt deine Aufgabe, hol das Papier und einen Stift und fange an zu schreiben. Mach diese Aufgabe richtig. Wir können um einiges mehr, als wie wir uns selbst zutrauen. Wir tendieren dazu in Routinen zu rutschen. Wir verschieben Dinge in die Zukunft, weil wir denken, wir haben da mehr Zeit. Wir vergessen, uns selbst herauszufordern. Wachstum erfordert Anstrengung und neue Dinge auszuprobieren. Es benötigt Engagement.

 

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