Diese Woche habe ich auf Instagram (@NinoChamp) folgendes gepostet:

In dem heutigen Post werde ich genauer auf die erste Fähigkeit eingehen.

Die Beobachtung

Als Kinder waren wir Meister in der Beobachtung. Wir waren davon abhängig die Körpersprache lesen und wiedergeben zu können. Wir haben sie imitiert und das getan was unser Vater gemacht hat. Wir konnten anhand der Körpersprache erkennen, ob jemand eine Gefahr oder etwas Gutes für uns war. Kinder sind deswegen Experten darin, Körpersprache erkennen zu können.

Ab dem 5. Lebensjahr ändert sich das jedoch. Wir gehen mehr in uns selbst hinein und sind immer mehr damit beschäftigt, uns zu fragen, was die anderen von uns denken.

Um also wieder gut in der Beobachtung zu werden, müssen wir wieder lernen uns weniger Sorgen darüber zu machen, was andere denken und wieder neugieriger werden.

Wie bei jeder anderen Fähigkeit benötigt das Geduld. Gehe langsam vor und versuch nicht direkt alles auf einmal zu Beobachten. Bei einer Unterhaltung, fange damit an zu beobachten, welche Gesichtsausdrücke dem widersprechen, was die Person sagt.

Sagt sie ja aber schüttelt dabei den Kopf? Achte auf Mikroexpressionen.

Die Mimik ist schneller als der Verstand. Noch bevor wir denken können, wie wir regieren sollten, zeigt unsere Mimik unsere echte Reaktion.

Um das deutlicher zu erklären habe ich hier ein Video, welches sehr schön zeigt, dass Mikroexpressionen für den Bruchteil einer Sekunde (ich glaube es sind ganz genau 500ms) nicht unterdrückt werden können.

Frau Merkel zeigt hier durch ihren Ausdruck kurz ihre Ablehnung. Wenn man geschult in Mikroexpressionen ist, kann man zum Beispiel sehr gut erkennen ob jemand lügt.

Es ist wahnsinnig interessant, solche Beobachtungen zu machen, wenn man sich dessen erstmal bewusst ist und darauf achtet.

Also fange an, in deinen Unterhaltungen mit verschiedenen Personen auf Mikroexpressionen zu achten. Sobald dir das leichter fällt, fange an, auf die verschiedenen Stimmlagen zu achten. Die Stimmlage sagt sehr viel über das Selbstvertrauen der Person aus.

Wenn du daran gut bist kannst du ein Level aufsteigen und auf Körpersprache achten (Körperhaltung, Handgesten, Positionierung der Beine etc.) Du kannst auch andere z.B in einem Cafe beobachten, deren Gespräche wahrnehmen und dir Dinge aufschreiben, die du beobachtest. Ja das ist erstmal komisch, aber nur so wirst du zu einem Meister.

Wenn du diese Beobachtungen machst, dann sei dabei offen. Das heißt, keine voreiligen Interpretationen und Schlussfolgerungen treffen. Bring die anderen Leute dazu mehr zu sprechen und spreche selbst weniger. So erfährst du mehr. Spiegel ihre Körperhaltung, wiederhole Dinge, die sie gesagt haben. Zeig ihnen, dass du zuhörst. Das hat den Effekt, dass sie entspannter sind und dir gegenüber offener werden. Starre nicht auf die Person und achte darauf, dass du ihnen nicht zu lange in die Augen schaust, dass wird den Gegenteiligen Effekt haben und sie werden misstrauisch.

Wenn du jemanden über längere Zeit beobachten willst, dann sei dir über ihre individuelle Ausdrucksweise bewusst. Manche Menschen sind von Natur aus stiller, zurückhaltender, andere energischer und wieder andere ängstlicher. Um das erkennen zu können, achte auf ihren normalen Gesichtsausdruck, wenn sie entspannt sind. Sobald du die Baseline der Person kennst, wird es dir einfach fallen, Veränderungen festzustellen.

Oftmals wird dir sowas bei guten Freunden unterbewusst sofort auffallen, du erkennst sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Achte vor allem auf gemischte Signale. Vielleicht sagt dir dein Lehrer, dass er deine Idee gut findet, aber sein Gesichtsausdruck ist gekünstelt und seine Stimme angespannt. Oder dein Mitschüler gratuliert dir zu deiner guten Note, aber sein lächeln ist gezwungen und seine Ausdrucksweise bedrückt.

Zu erkennen, was eine Person wirklich fühlt wird dir viele Vorteile bringen. Wenn du weißt, dass eine Person sich in Wirklichkeit gerade unwohl fühlt, kannst du dich fragen woran das liegt und was du dagegen tun kannst.

Du wirst von anderen als jemand wahrgenommen, der sie wirklich versteht.

Sei dir aber auch bewusst, dass diese Fähigkeit sehr schwer zu erlernen ist und viele Fehler passieren können. Anders als bei Worten, ist die Körpersprache sehr viel breiter und lässt mehr Raum für Interpretation.

Du musst also vollkommen unvoreingenommen sein. Wenn du nicht vorsichtig bist, wirst du viele Dinge schnell falsch interpretieren. So passiert uns zum Beispiel oft der Fehler, dass wenn uns jemand an eine Person erinnert, die wir nicht mögen, dass wir seine nonverbalen Expressionen als negativ und unfreundlich uns gegenüber wahrnehmen und daraus schlussfolgern, dass die Person uns nicht mag. Als Reaktion darauf mögen wir dann diese Person auch nicht. Das ist besser bekannt als der Othello Effekt.

In dem Stück Othello von Shakespear, befragt der Hauptcharakter seine Frau und beschuldigt sie, ihn betrogen zu haben, basierend auf ihrer nervösen Reaktionen, als er ihr seine Beweise zeigt. In Wirklichkeit war sie aber unschuldig und nur so nervös, weil er aggressiv und paranoid reagiert hat.

Als Teil dieser Übung fange auch damit an, dich selbst zu beobachten. Wann lächelst du falsch? Wie reagierst du auf Nervosität? Was passiert mit deiner Stimme, fängst du an mit deinen Fingern zu spielen? Wippst du dein Bein? Spielst du mit deinen Haaren?

Wenn du dir über deine eigene nonverbale Kommunikation bewusst wirst, wirst du auch besser darin, die der anderen zu erkennen. Und du wirst besser darin deine Körpersprache der Situation besser anpassen zu können.

Wenn du die Fähigkeit erlernst, Menschen richtig beobachten und einschätzen zu können, wirst du merken, dass sie die Beziehung zwischen dir und den anderen Menschen ändern wird. Du wirst emotional intelligenter, du wirst besser erkennen können wie die Leute sich wirklich fühlen. Du kannst Situationen erkennen bevor sie passieren und Maßnahmen dagegen ergreifen.

Wenn du dir z.B nicht sicher bist, ob dich jemand aus der Gruppe / auf der Arbeit mag oder nicht mag, erzähle ihm die letzten guten Neuigkeiten, die du hast, ohne dabei anzugeben. Achte dabei auf Mikroexpressionen von Enttäuschung.

Viel zu oft gehen wir wie ein Bauer auf dem Schachfeld durch das Leben. Wir nehmen die Dinge wie sie kommen. Wir akzeptieren, wie es ist, ohne kurz anzuhalten und uns zu fragen, was eigentlich möglich ist.

Denke immer daran, wenn du in einem Videospiel bist, dann willst du nicht der NPC (Non Playing Character) sein der im Shop steht, du willst der Hauptdarsteller sein, der seine Missionen erfüllt. Also nutze die Möglichkeiten, die das Leben bietet und hör niemals auf zu lernen.


Im nächsten Teil werde ich genauer auf verschiedene nonverbale Zeichen und deren Interpretation eingehen.

Und zum Schluss: Alle unsere Armreifen sind verkauft. Deswegen hauen wir für euch, für eine kurze Zeit, alle drei Poster zum Preis von einem raus. Jetzt ist also die beste Gelegenheit dir die Poster von Champlife zu holen und täglich daran erinnert zu werden, worauf du in Zukunft mehr achten willst. Wir freuen uns auf deine Bestellung.

5 Kommentare

  1. Super Beitrag finde es sehr interessant und werde anfangen mal mehr auf non verbale Kommunikation zu achten Danke Nino für den super Beitrag
    Eine Frage noch
    Und zwar kannst Du mir ein paar Bücher empfehlen zu nonverbale Kommunikation
    Und würde mich freuen wenn ihr ein Beitrag über schlagfertigkeit machen würde LG Leon

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