Walt Bettinger, der CEO von Charles Schwab, stellt jedes Jahr hunderte Menschen ein und lädt noch viele hunderte mehr zum Vorstellungsgespräch. Er benutzt dabei eine ganz bestimmte Technik, um heraus zu finden, mit was für einem Menschen er es zu tun hat:

Er lädt Bewerber zum Essen ein und bitten den Restaurantmanager heimlich, die Bestellung des Kandidaten absichtlich falsch auszuführen. Er will sehen, wie der Kandidat reagiert. Ärgert er sich? Wird er unhöflich? Lässt er es zu, dass diese Kleinigkeit das Meeting negativ beeinflusst? Oder reagiert er freundlich und anständig auf diese unerwartete Situation?

Es mag dir unwichtig erscheinen, wie du mit kleinen Widrigkeiten umgehst, tatsächlich aber verrät dies alles über dich.

Wir haben es schon öfters angesprochen, können es aber nicht oft genug sagen: Beschwere dich nicht. Es zeigt nur, dass du die kleine Bitch deiner Umstände bist und dich über Sachen aufregst, auf die du keinen Einfluss hast. Natürlich gibt es Situationen, wo es sich lohnt darauf aufmerksam zu machen, damit der Fehler nicht erneut passiert, aber du verstehst was ich damit meine.

Schon damals 65 n. Chr sagte Seneca

„Was nutzt es, mein Gemahl, das Unglück schlimmer zu machen, indem du dich darüber beschwerst? Würdiger für einen König ist dies: Packe das Missgeschick bei den Hörnern. Es ist eines Mannes nicht würdig, sich vor dem Schicksal zurückzuziehen.“

Das ist aber nicht alles, es ist nicht nur gut, sich nicht zu beschweren und rumzubitchen, sondern oft ist es auch gut, komplett still zu sein. Für Robert Greene, der Autor des Buches “Power 48 Gesetze der Macht” ist dies eine Regel:

Sage immer weniger als nötig.

Wir reden, weil wir denken, es hilft, doch in Wirklichkeit machen wir die Dinge damit oft nur noch schwieriger für uns. Viele machen z.B den Fehler, dass wenn sich ihr Partner bei ihnen aufregt, sie sofort anfangen zu reden und helfen wollen, in dem sie erklären, was der Partner tun sollte. Tatsächlich will der andere in dem Moment aber vor allem gehört werden.

Wenn dich z.B jemand auf Fehler aufmerksam macht, uns neue Impulse gibt oder Feedback, solltest du nicht versuchen, deinen Fehler mit Worten zu erklären oder dich zu rechtfertigen, du solltest zuhören. Denn das Problem mit Reden in den Griff zu kriegen bringt nichts, dadurch wird es nur noch schlimmer.

Du wirst weiter leiden, wenn du, bei allem was zu dir gesagt wird, eine emotionale Reaktion zeigst. Kontrolle zu haben bedeutet, sich beruhigt zurück lehnen zu können und mit Logik darüber nachzudenken. Wenn Worte dich kontrollieren, dann bedeutet das, dass jeder dich kontrollieren kann.

Willst du also Teil des Problems sein oder Teil der Lösung? Willst du auf die Weisheit der Welt hören oder sie mit noch mehr Lärm übertönen?

So Shut The Fuck Up.

 

6 Kommentare

  1. Der Beitrag gefällt mir sehr gut??
    Ich wende das mit dem weniger reden als nötig seit einiger zeit schon sehr oft an. Einige male vergesse ich es und merke dann aber schnell dass ich dort hätte anders handeln sollen.Es ist wirklich eine sehr gut einstellung welche sehr hilfreich sein kann

    • Klar auf jeden Fall, es geht nur darum wie du darauf hinweist. Du sollst dich nicht aufregen, nen großes Thema draus machen, sondern einfach darauf hinweisen und akzeptieren, dass Fehler passieren.

  2. „Wenn Worte dich kontrollieren, dann bedeutet das, dass jeder dich kontrollieren kann.“
    Könnte man darauf vielleicht in Zukunft mal näher eingehen? Bin selbst jemand, der sich viel zu viel annimmt und dadurch verletzbar wird.
    Top Beitrag!

  3. Zuerst einmal: ich liebe die Beiträge auf ChampLife! Allerdings fände ich die Artikel seriöser und ,,erwachsener‘‘ wenn man Bitch, Fresse halten usw weglassen würde.

    • Vielen Dank <3
      Das Beiträge ohne solche Begriffe Seriöser sind, ist klar. Mein Ziel ist es allerdings weniger Seriös zu sein, sondern mehr Aussagekräftiger und ich finde solche Worte sind ein gutes Stilmittel um das zu erreichen.

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